aktuelle Termine

-Stammtisch am 7. September 2016 ab 18:00 Uhr im Jungbräu (Zirbelstube) Abensberg
-Fahrt zum Kloster Säben (B.B.W.-Fahrt): 29.09.-03.10.2016
Information und Anmeldung bei Martin Innig (09443-709-287)




Geistliches Wort zur Jahreshauptversammlung 2016

Spätestens seit 50 Jahren spricht man vom Niedergang christlicher Orden, von einem Prozess, der allmählich in seine Endphase tritt. Die Orden aber gehören von Anfang an zum Wesen der Kirche. Die Überalterung der Mönche und Nonnen zwingt nun aber immer mehr Klöster zur Auflösung. Ihre prophetische Sendung aber bleibt.
Das Prophetische ist zukunftsweisend. Es geht nicht um nostalgisches Nachtrauern und schon gar nicht um romantisierend-kitschige Unterhaltungssendungen wie „Um Himmels Willen“ und „Pfarrer Braun“ und ähnliche. Vielmehr geht es um Nachdenken über kritische Alternativen gegenüber einer verbürgerlichten Kirche, wie Papst Franziskus immer wieder betont, vor allem angesichts derzeitiger gesamtgesellschaftlicher Krisensituationen, um eine befreiende und aufrüttelnde „Schocktherapie des heiligen Geistes“, wie J.B. Metz meint, um unser Glaubensbewusstsein zu erneuern. Es geht nicht nur darum, der Versuchung nachzugeben und der dadurch bedingten abnehmenden Leistungsfähigkeit der Klöster nachzutrauern, auch nicht darum, einem falschen Aktionismus zu verfallen.
Bei einem Abendgespräch mit Äbtissin Schwester Ancilla kam die Frage auf: „ Warum soll heute noch jemand ins Kloster gehen?“ Ich glaube, Marianne war es, die so fragte. Schwester Ancilla antwortete: „Nicht, weil man Gott schon gefunden hätte, sondern weil man auf der Suche nach Gott und damit auf der Suche nach dem Sinn des Lebens überhaupt ist – aber nur intensiver als anderswo.“
Gott ist und bleibt Geheimnis, und der Mensch ist auf der Suche nach der endgültigen Heimat bei ihm. Im Wort „Geheimnis“ steckt das Wort „Heim“, auch im Wort „Heimat“. Vielleicht ist das Kloster so ein Ort für diese Suche auch in unserer Zeit. Mit der Kurzformel seiner Ordensregel „ora et labora“ hat Vater Benediktus den Weg dieser prophetischen Lebensform gewiesen.
Der Standardspruch des Wirtes meiner Stammkneipe lautet: „Arbeit ist mein halbes Leben!“ Aber was ist mit der anderen Hälfte? Zum Leben gehört mehr als nur Arbeit. Das Wort „lab-ora“ (arbeite) enthält schon das Wort „ora“ (bete). Bei Benediktus gehören beten und arbeiten zusammen. Beten gibt der Arbeit eine tiefere, sinnstiftende Dimension. Sie gehört zum Menschsein nicht erst seit der Bibel und der Sündenfallsgeschichte.
Arbeit umfasst heute das ganze Leben, auch das Geistige und Mentale, das Wissenschaftliche und das Technische.
Für viele aber ist sie heute in unserer Beschleunigungsgesellschaft die einzige Lebensform, die längst schon Freizeit, Urlaub und Erholung mit Aktivitäten ausfüllt. Arbeit als Selbstzweck alleine, als Sinnerfüllung, verfehlt die volle Würde des Menschseins. Das ahnen auch längst Philosophen, Soziologen und Wirtschaftsethiker (Hegel, Marx, Weber…).
Da sah Benediktus tiefer. Arbeit ist gleichsam „Gottesdienst mit den Händen“. Sie lässt teilnehmen am Schöpfungs- und Heilsprozess Gottes mit uns Menschen und deshalb ist sie geheiligt, weil sie dem Heil aller gilt. Im Gebet vergewissern wir uns dieser Teilhabe.
Beten ist „Denken auch mit dem Herzen“ und verbindet so Kopf und Hand, Aktion und Kontemplation. So durchdringen sich Arbeit und Gebet und führen zum Glauben mit seiner prophetischen Vorgabe. „Ich glaube, damit ich erkenne“ (credo ut intelligam): Nicht, „weil“ ist gemeint. Im Beten zeigt sich die Frömmigkeit des Denkens und die wahre Demut der Arbeit, was in der sogenannten modernen, säkularen Gesellschaft vergessen wird. Deshalb ist uns das Prophetische ihrer Hingabe unserer lieben Schwestern von Säben an diesen Sendungsauftrag so wichtig und wir, als kleiner Freundeskreis von Säben, dürfen ein wenig stolz darauf sein, daran teilhaben zu dürfen.
Mit Mutter Ancilla und den lieben Schwestern von  Säben darf ich danken für eure Mitarbeit und für euer gemeinsames Beten.
Vergelt’s Gott!
Hans Eberhardt 




18.04.2016
Wahl der Vorstandschaft

Am 18.04.2016 trafen sich Vereinsmitglieder zur Jahreshauptversammlung. Dabei wurde auch die Wahl der Vorstandschaft durchgeführt

1. Vorsitzender: Hans Eberhardt
Stellvertr. Vorsitzende: Marianne Zettl
Schatzmeisterin: Brigitte Diringer
Schriftführer: Martin Innig
Vorsitzender des Beirats: Hermann Messerer
Stellvertr. Vorsitzende des Beirats: Elisabeth Mader
Weitere Beiratsmitglieder: Adolf Geisler, Ewald Retter, Konrad Schmidhuber, Johann Betz, Franz-Josef Helmig, Josef Haberl



Ostern 2016
Osterpost 2016

Liebe Vereinsmitglieder,



ich möchte Ihnen die wichtigsten Termine der Kloster Säben Freunde mitteilen.

-Jahreshauptversammlung (mit Neuwahl): Montag, 18.04.2016, 17:00 Uhr, im B.B.W. St. Franziskus Abensberg, Tagungsraum 4.

Hier eine verkürzte Tagesordnung in Stichworten:

-Begrüßung

-Geistliches Wort

-Rechenschafts-/Tätigkeitsbericht, Aktivitäten

-Kassenbericht und Ergebnis der Kassenprüfung

-Entlastung der Vorstandschaft

-Wahl der Vorstandschaft

-Geplante Aktivitäten im Jahr 2016
-Sonstiges (z.B. Vereinsversicherung
)
-Verabschiedung



Hiermit ergeht eine herzliche Einladung zur Jahreshauptversammlung an alle
Vereinsmitglieder.



-Fahrt zum Kloster Säben (Vereins-Fahrt): 24.-26.06.2016, ggf. auch ein verlängertes
Wochenende, je nach Wunsch und Absprache der Teilnehmer.
Information und Anmeldung bei Martin Innig (09443-709-287)


-Fahrt zum Kloster Säben (B.B.W.-Fahrt): 29.09.-03.10.2016
Information und Anmeldung bei Hermann Messerer (09443-709-189)

-Teilnahme am B.B.W.-Weihnachtsmarkt (vor dem 1. Adventswochenende)


-Teilnahme am Weihnachtsmarkt der Sozialen Initiativen Regensburg e.V.
(ein genauer Termin steht noch nicht fest)



Mit herzlichen Grüßen!

1. Vorsitzender
Hans Eberhardt 




Ostern 2016
Osterbrief 2016

„Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkün-digung leer und unser Glaube sinnlos“. (1 Kor 15,14)
Eine Spurensuche:
Der Uranfang aller Spurensuche ist die Mensch-heitsfrage, ist das Staunen darüber: „…warum überhaupt etwas ist und nicht vielmehr nichts“. Sie beschäftigte die Philosophen, die Theologen und auch die Wissenschaftler aller Zeiten. Diese schwören oft dogmatisch und aggressiv auf ihre messbaren und mathematischen Ergebnisse und auch auf ihre objektiven Erkenntnisse für den Fortschritt und am Dienst für die Menschheit. Aber je mehr sie erkennen, desto größer werden die Rätsel. Sie stoßen an ihre Grenzen, wenn es um das „Ganze“ um das „Woher“ und „Wozu“, um den „Sinn“ von Sein und Werden, um Bewusstsein und Geist geht. Auch Quantenphysik und Chaosforschung erfassen das Ganze der Wirklichkeit nicht.
„Habe nun, ach Philosophie… und leider auch Theologie durchaus studiert mit heißem Bemühen… Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor….dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält….wie alles sich zum Ganzen webt.“
So jammert Faust und kommt ins Grübeln. „Wie das Staunen ins Universum kam“, der Titel des kürzlich neu erschienenen Buches vom bekannten Fernsehforscher Prof. Harald Lesch. Das Staunen gilt nicht nur „Schwarzen Löchern“ im Universum, sondern auch in unserem Wissen selber, obwohl es scheinbar auch kaum mehr einen weißen Fleck auf der der Kartographie unserer Welt gibt und auch nicht in unserem materiell – biologisch gestützten Gehirn. Auch diese schwarzen aber begrenzten Löcher sind Spuren noch unbekannter Areale. Von Anthropozän sprechen die Forscher, von einem Zeitalter einer vom Menschen dominierten Phase der Erdgeschichte, die immer bedrohlicher wird.
Aber mit den Fortschritten in seinem Wissen ist der Mensch auch hauptverantwortlich für die Konsequenzen seines Tuns, sonst schafft der Mensch nicht nur die Natur, sondern auch seine Freiheit und letztlich sich selber ab (z.B. Genommanipulation usw.).
Sokratische Bescheidenheit: „ Ich weiß, dass ich nichts weiß“, wäre angebracht, schon weil die Vernunft des endlichen Menschen selber begrenzt ist. Das Sein aber geht weiter in einem
endlosen „Werdeprozess“, wie der amerikanische Mathematiker und Philosoph Alfred Whitehead es ausdrückt. Es ist der Geist, der diesen Prozess vorantreibt. Pater Teilhard de Chardin, der am Ostertag 1955 starb und endlich auch von der Kirche rehabilitiert wurde (Johannes XXIII) schreibt in seinem Hauptwerk: „Der Mensch im Kosmos“ und versucht eine visionäre Synthese von naturwissenschaftlicher Evolutionstheorie und christlicher Heilsgeschichte, Materie und Geist zusammenzudenken und dann im Punkt Omega (Ώ) im Logos – Christus,- über die Logosphäre hinaus kulminieren zu lassen. Hier findet der Hominisierungsprozess seine Erfüllung. Der Geist ist es, der lebendig macht, sagte schon der Apostel.
„Im Anfang war das Wort (Faust liest im Johannesprolog). „Im Anfang war der Sinn.“ so philosophiert er weiter. „Es ist der Sinn, der alles wirkt und schafft. Mir hilft der Geist mit seinem Rat. Im Anfang war die Tat.“ folgert er weiter.
Der Geist also geht über allen Urknall hinaus, über alles Ende, auch den Tod, der eben nicht das Ende ist und sein darf. Auch Darwins Entwicklungstheorie lebt von Ursache und Wirkung, nimmt also einen Anfang, denn von nichts kommt nichts. Der Evolutionsprozess ist also auch dem Zufall von Mutation und Selektion ausgesetzt. Sie haben keine Zielorientierung, sondern sind ursachenbedingt, ziellos zufällig, wo sich das Gen fortpflanzt bis es endgültig erschöpft ist (Dawkins „Gottes“-Gen). Wir als geistige Wesen sind ziel- und sinnorientiert. Wir wollen wissen warum und nicht bloß wie. Im Tod verlässt nicht die Seele oder der Geist unseren Körper, sondern umgekehrt, der Körper verlässt den Geist, die Seele. Nicht „Warum hast du mich verlassen“, ist das letzte Wort Jesu am Kreuz, sondern „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist“ (Lk) und bei Johannes steht: “Es ist vollbracht.“ Etwas poetischer ausgedrückt: Gott zieht am Ende alles an sich, gleichsam zielorientiert. Er ist das Ziel.
Viktor Frankl in seiner „Logotherapie“ spricht vom „Willen zum Sinn“. Diese Sehnsucht ist der Wille, die innere seelische Dynamik des Menschen, der selbst in der Bewältigung des Leides noch eine positive sinnorientierte Leistung erkennen kann, und sogar noch im Tod für den Nächsten (siehe Pater Kolbe als Beispiel). Gott, der alles gemacht hat, fand es „sehr gut“ (Gen). Er wird es auch zu einem guten Ende führen, “Gott in Welt“, wie Karl Rahner sagt. … „als Mann und Frau schuf er sie, aus dem Staub der Erde“ (Gen 2). Und deshalb hat er es auch riskiert, Menschen zu schaffen. Eine rabbinische Legende erzählt: „ Lasst uns den Menschen machen, als unser Bild, uns ähnlich. Doch wen wollte er da dabeihaben?“ Lasset uns… sagte er. Nicht einfach: „das Land bringe hervor…, das Wasser wimmle...“ usw. Die Erschaffung des Menschen nimmt er selber in die Hand. Die Theologen deuten oft dieses „Lasset uns“ als innertrinitarischen Dialog von Vater, Sohn und heiligen Geist, aber er meint den Menschen, der werden soll, was er ist. Die Legende berichtet weiter: Engel und Erzengel kommen zu ihm und jammerten und warnten den Schöpfer: „Wenn du Menschen machst, werden böse Menschen dabei sein und sie werden morden und rauben, stehlen und betrügen und am Ende alles kaputt machen. Gott antwortete sinngemäß: „Aber woher sollen dann die guten Menschen kommen?“ Auch werden zuletzt die Bösen einsehen müssen, dass sie nur leben können, weil es die Guten gibt. Sie werden bekennen und bereuen, dass sie aus egoistischen Interessen gehandelt und Gottes gutes Wirken und seinen Willen bezweifelt
und verraten haben, und weil sie sich selber über Gott erhaben fühlten. Gott riskierte es, weil er an das Gute im Menschen glaubt, das ist ein Geheimnis für uns. Ludwig Wittgenstein nennt es „das Mystische“, „es gibt allerdings das Mystische, das zeigt sich“ (Traktactus 6.5.22). Dieses Mystische zeigt sich auch fast in allen Religionen. Karl Rahner sagt „der Christ von morgen wird ein Mystiker sein, oder er wird nicht sein“. Dem Mystiker geht es um das Mysterium, nicht um Unfehlbarkeit. Das gilt auch für die Grundfrage: „Nicht wie die Welt ist… sondern dass sie ist.“ Diese Spuren gibt es auch in den anderen Weltreligionen.
Es ist das Staunen, dem Navid Kermani, ein Moslem, sein Buch „Ungläubiges Staunen“ widmet. Er beschreibt Bilder, die Dimensionen auftun, auch für „religiös Unmusikalische“, wie J. Habermas sagen würde. Er beschreibt eine innere Wirklichkeit, die bezaubert. Auf diese Bildvergessenheit im christlichen Glauben macht uns Kermani aufmerksam. Bilder lehren staunen.
Ist „Sein“ besser als Nicht-Sein, angesichts der Übel? Mephisto im Faust lässt Goethe sagen: „… alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht. Denn besser wär’s, dass nichts entstünde.“ Und dann könnte auch niemand staunen darüber, „dass überhaupt etwas ist“. Es sind die Bilder, die etwas zeigen, was sonst unaussprechlich bliebe, eine Wirklichkeit dahinter. Wir sehen nur die Schatten, wie in Platos „Höhlengleichnis“, nicht die Wirklichkeit selber. Joan Miro malte einmal ein Bild, das eine Pfeife zeigte, mit dem Untertitel: „Das ist keine Pfeife“. Auch Worte fassen nicht das Ganze. Sie interpretieren nur. Bilder, auch religiöse, brauchen Deutung und Worte brauchen auch Interpretation. Auch Worte sind nicht die Wahrheit selber und Bilder nicht die Wirklichkeit, sonst wären sie Götzenbilder, und Worte unfehlbare Dogmen. Sie sind gleichsam nur Laternen, die aufleuchten und etwas Licht spenden. Nur Besoffene halten sich an ihnen fest, sagt ungefähr ein Theologe, Laternen auf dem Weg zur Erkenntnis. Sie dürfen nicht festhalten wie es Fundamentalisten gern möchten, also statisches Wissen, das sie mit der Dynamik des Glaubens verwechseln. „Ekklesia semper reformanda“. Auch in der Kirche ist ein ständiger Veränderungsprozess im Gang. Unveränderlichkeit widerspricht auch dem „Aggiornamento“ Papst Johannes XXIII. und dem II. Vat. Konzil und legt auch einer ziel- und orientierungsgerichteten Ökumene Steine in den Weg. Erst beim Konzil wurden Blockaden abgebrochen, die im späten 19. Jhdt. noch errichtet wurden, vor allem durch Papst Pius IX.
Die Gretchenfrage im Faust: „Sag, wie hältst du’s mit der Religion?“ (dem Glauben) „ich glaub an Gott“ antwortet Faust. Vielleicht ist das des Pudels Kern. In der Domkirche von Haderlev (Jütland) hängt im rechten Seitenschiff ein großes Bild, eine Art Faltbild. Von links gesehen, zeigt es den Gekreuzigten, von rechts den Auferstandenen. Mittig betrachtet verschmelzen beide zu einem. Es zeigt etwas: Die Einheit von Kreuz und Auferstehung, Leiden und Sterben, Tod und Auferstehung identisch mit Christus. Da zweifelte auch der Ungläubige Thomas. Aber Christus rehabilitiert ihn vor den anwesenden Aposteln. So nah an sich heran ließ er nicht einmal Maria Magdalena. „Noli me tangere“. Rühr mich nicht an. Zu Thomas aber sagte er: „streck deine…. Hand aus und leg sie in meine Seite“ (Joh. 20, 24ff). Jesus liebt die Zweifelnden, nicht die Schriftgelehrten und Pharisäer, die Aufklärer und Besserwisser.
Den „Armen im Geiste“ hat er sich geoffenbart. Auch Thomas suchte Gewissheit auf den Spuren Jesu. Descartes, ein großer Zweifler der Philosophiegeschichte, blieb nur seine Selbstidentifikation, sein Ich: „ ich denke, also bin ich“. Thomas aber fällt auf die Knie: „Mein Herr und mein Gott.“
Jesus selber ist durch den Zweifel gegangen und hat seine Identität und sein Sendungsbewusstsein im Vater gefunden. Auch Maria fragte „wie soll das geschehen – da ich keinen Mann erkenne“. Der Engel verweist auf Elisabeth „obwohl sie als unfruchtbar galt, ist sie jetzt schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.“ (Lk. 1,36). Deshalb verflucht Jesus auch seinen Verführer in der Wüstenbegegnung, und deshalb auch den Verführer in Petrus, weil er ihn von seinem Sendungsauftrag abbringen wollte, vom Weg nach Jerusalem, wo ihn Kreuz und Tod erwarteten, von der politischen Konsequenz aus seiner prophetischen Sendung. Das Kreuz ist nicht der Wille eines unbarmherzigen und beleidigten und sühnefordernden Vaters, sondern, Gott selbst ist solidarisch mit und in Christus und damit auch mit uns. Er will keine Opfer, auch keine kultischen Schuld- und Sühneopfer. „Was soll ich mit der Menge eurer Opfer“. (Jes 1,11). „Liebe will ich, nicht Opfer“ (Hos 6,6). „Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer“ und dann erst recht nicht am Opfertod des Sohnes. Er selber ist in Jesus das Opfer. Deshalb ist dann auch das Grab leer und in der Geistverheißung an Pfingsten beginnt eine neue Wirkgeschichte, die ohne die Auferweckung und die Fortwirkung in und mit Christus nicht denkbar wäre für uns Menschen.
Christus ist nicht wegen, sondern für uns gestorben, für uns Sünder und vor allem die Opfer um der Gerechtigkeit willen. Auch für Judas und nicht wegen seines Verrats, sondern für seine Erlösung. Ein Kapitell in der Kathedrale von Vezelay zeigt den Auferstandenen, der den Erhängten auf seinen Schultern trägt. Es zeigt die unendliche Güte und Barmherzigkeit des Vaters, zu dem Christus ihn mit nimmt.
Die Barmherzigkeit des Vaters weiß auch dann noch einen Weg, wenn alles verloren scheint, einen Weg nach Ostern, in sein Reich. „Wer immer strebend sich bemüht (auch wenn unser Bemühen scheitert) den können wir erlösen.“ So singt der Engelschor beim Empfang des Faust am Ende des zweiten Teils.
So wünsche ich uns ein „vom Eise befreites“ Osterfest zur Auferstehung des Herrn.


Mit herzlichem Gruß

Hans Eberhardt und die Freunde des Kloster Säben






<< vorherige Seite  --  nächste Seite >>