Weihachten 2016
Weihnachtsbotschaft 2016

Keine Weihnachtsrede diesmal 
Zugegeben, es ist etwas gewagt, eine Weihnachtsrede mit einem Zitat aus dem Streiflicht der SZ vom 11.12.2016 zu beginnen. Als der kürzlich verstorbene, erste Amerikaner im Weltraum, John Glenn, von seinem Ausflug ins All auf der Erde zurück war, wurde er gefragt, ob das seinen Glauben gestärkt habe. Er antwortete: „ ...man pralle zwar nicht direkt mit Gott zusammen, wenn man in den Himmel geschossen wird, aber dessen Schöpfung sehe man von oben mit anderen Augen, staunend und dankbar.“ 
Die Astronauten wurden hoch geschickt, „ ...um nach den Sternen zu greifen... “, schreibt der Autor weiter. Aber, ist es nicht umgekehrt an Weihnachten? Nicht der Mensch greift nach den Sternen, sondern Gott greift nach den Menschen. Wir sind die Sterne für Gott, nach denen er sich sehnt. Und sind wir nicht alle Raumfahrer, aber bleiben doch mit den Füßen auf dem Boden dieser Erde. Vielleicht ist unser Weihnachtsglaube auch so ein Greifen und Suchen nach Sternen, nach einem Stern, zu dem wir unterwegs sind. 
Am besten bringt es Johannes auf den Punkt, in seinem Prolog zum Evangelium, in seiner Frohbotschaft vom „Wort“, das Fleisch geworden ist, bei uns gelandet ist (descendit de coelo, so heißt es im Credo). Herabgekommen auf die Erde, „et homo factus est“, und Mensch geworden ist. „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott ist das Wort“, der „Logos“, wie Johannes sagt. Und seit mehr als zweitausend Jahren quälen sich Theologen, Philosophen, Künstler und Wissenschaftler, diesem „Wort“ eine Be-Deutung zu geben und Leben einzuhauchen. Dies ist Aufgabe der Theologen. Auftrag der Verkündigung ist es, diese Botschaft vom „Mensch gewordenen Gott“ auf den Markt zu tragen, wie Paulus damals auf dem Areopag in Athen, „gelegen oder ungelegen“. Diese Botschaft darf nicht auf dem Christkindlmarkt verramscht werden oder im Glühweindunst verdampfen, sonst bleibt nur ein schwerer Kopf und außer Spesen wieder nichts gewesen, und nichts als der alljährliche Weihnachtsblues nach den Feiertagen. Unsere postfaktische Gesellschaft interessiert sich scheinbar nicht mehr für die Fakten wie Klimawandel, Umweltzerstörung, Hunger und Elend, sondern nur für ihre eigenen Gefühle und Befürchtungen. Sie dreht sich nur mehr um sich selbst. 
Der Horizont des Humanen endet am Egoismus des eigenen Tellerrandes. Ja, abstrakte Theologie allein ist die theoretische Seite des Glaubens. Sie muss zum Leben erweckt, zur Tat schreiten. Diese Botschaft darf aber, weit weg von der Realität, keine bloße theologische Kopfgeburt bleiben, sondern muss vom Kopf auf die Füße gestellt, gleichsam geerdet werden, sich im Leben jedes Einzelnen auswirken, sowie das ewige „Wort“ Fleisch geworden ist im göttlichen Sohn. Transzendenz und Immanenz, Ewigkeit und Zeitlichkeit, Himmel und Erde berühren sich. Gott und Mensch werden eins im „Logos – Christus“. So deutet Giovanni Vattimo, der italienische Philosoph, das Geheimnis der Menschwerdung, als „Herabsteigen“, als „Kenosis“ Gottes, der sich seiner Allmacht entäußert und sich so klein macht, dass er in eine Krippe passt. Und wer ihn sehen will, muss sich zu ihm herabbeugen, muss selber herabsteigen vom hohen Ross, muss es wie Gott machen, und Mensch werden, wie Bischof Kamphaus, der Vorgänger des berüchtigten Limburger Bischofs Tebartz-van-Elst, welcher seine Krippe zum Palast vergoldete, der die Mitra mit dem Schurz des Dienstes am Menschen vertauschte und so viel Ärgernis erregte. Der Tempel des menschgewordenen Gottessohnes ist der Stall von Bethlehem, nicht der Palast des Herodes in Jerusalem. Diese Weihnachtsbotschaft übertrifft und überbietet alles Denken und widerspricht jeder menschlichen Logik, die auf Macht, Gewalt und Herrschaft gebaut ist. Gottes Sohn kommt in die Welt und kommt uns auf dem gleichen Weg entgegen, auf gleicher Höhe, als Mensch, als Kind von armen Eltern, als Flüchtling, als Asylant und als Herbergssuchender. Freilich darf diese Botschaft nicht auf bloße Frömmigkeit reduziert oder gar provinziell banalisiert werden und auf den Christkindlmarkt beschränkt bleiben, wo süßer und lieblicher die Kassenglocken nie klingen, als in der „Oh du fröhlichen Weihnachtszeit“, die früher einmal Advent hieß und eine Zeit der Stille, der Vorfreude und inneren Einkehr war. Aber es geht auch nicht nur um historisch-kritische Überzeugung, sondern um eine glaubwürdige Deutung des Weihnachtsgeschehens. Es geht um eine geerdete Frömmigkeit, die für heutiges Denken die „göttliche Kenosis“ der Menschwerdung des göttlichen Logos sichtbar und erfahrbar macht. Dass diese Frömmigkeit nicht nur in den Kopf steigen soll, machen die Weihnachtsgeschichten bei Matthäus und Lukas deutlich. Sie bringen den göttlichen Logos auf die menschliche Erde herab, wo Maria und Josef ins Spiel kommen. Ja, auch Josef, der Mann Marias, ist in den Stammbaum Jesu einbezogen. Maria, aus ihr (ex Maria virgine) geht das göttliche Kind, der Sohn des lebendigen Gottes, im Heiligen Geist hervor (de santo spiritu). Das ist der Retter, der Erlöser, der Messias, seit ewiger Zeit erwartet, von den Propheten verheißen und von Israel heiß ersehnt. Er wurde dem Josef anvertraut, von den Weisen aus dem Morgenland gesucht und von den Engeln auf dem Hirtenfeld verkündet. Mit ihr beginnt das „heilige Experiment“ Gottes mit den Menschen. Er selber wird Mensch, damit auch wir Menschen Gott näherkommen, der mit uns durch Dick und Dünn geht, vor allem dann, wenn wir mit ihm gehen, wenn es sein muss auch bis ans Kreuz. Er ist das Alpha und das Omega, wie Teilhard de Chardin sagt, und so, der nur ihren eigenen Gesetzen folgenden blinden Evolution eines Darwin ein positives Ziel in der endgültigen Vollendung, in der Verschmelzung von Evolution und Heilsgeschichte im Christus – Omega setzt. So wird der Glaube tragfähig als Heilsweg und gibt dem Leben Sinn und Hoffnung, Hoffnung auf den Weg zum Heil der Welt. Und Hoffnung ist allemal besser als Verzweiflung oder Resignation. Sie macht adventliches Warten sinnvoll, weil sie auf eine Zukunft hin aus ist, die unsere Zukunft ist und uns auch mitverantwortlich macht, weil wir als Gottes Ebenbild zur Mitarbeit an der Vollendung der Schöpfung in diesem Heilsprozess berufen sind. 
Aber eine „Friedenspolitik“, die diesen Heils- und Friedensprozess mit Waffengewalt erzwingen will, denkt nicht Gottes Gedanken. Frieden kommt nicht aus Gewehren und Bomben, sondern von den Menschen, die den Friedensweg gehen. Vielleicht ersetzt das Friedenslicht die Friedens- und Ostermarschierer. Das Friedenslicht, das von Bethlehem ausgeht und in diesen Tagen symbolisch durch Kinder und Pfadfinder in alle Welt verteilt wird, als Stern von Bethlehem, dem damals die Weisen aus dem Morgenland folgten, von den Sternsingern von Haus zu Haus getragen. Ja, wir brauchen so einen Stern, der uns voran leuchtet und voraus zieht auf dem Weg zur verheißenen Herrlichkeit, bis Er wiederkommt. „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit Bewunderung und Ehrfurcht“, sagt Kant, dessen Vorname Immanuel – nomen est omen – bereits alles sagt. Immanuel, wie schon die Propheten den Erlöser nannten. Und Kant weiter: „Der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“ 
Auch die alten Babylonier und Ägypter orientierten sich an den Sternbildern und banden ihren „Lebenskarren“, ihr Schicksal an einen Stern. Dieser Orientierungsstern, vielleicht ein Fixstern, muss außerhalb der eigenen psychischen und physischen Reichweite liegen, darf nicht wie der Mercedes-Stern auf dem Kühler der eigenen Luxuskarosse montiert sein, darf auch nicht der Bug des eigenen Lebensschiffes sein, sonst dreht sich das Schiff ziellos im Kreis, dem eigenen Ich ausgesetzt, und der Steuermann weiß nicht, wohin ihn der Wind treiben wird, und unser Weg findet keine Orientierung und hat kein Ziel. „Und sie, die drei Weisen sind gemeint, zogen auf einem anderen Weg, einem neuen Weg, heim in ihr Land“, erzählt Matthäus weiter. Nachdem sie den Traum ihrer Sehnsucht und Hoffnung erfüllt sahen, hatten sie den Ballast von Gold, Weihrauch und Myrrhe vor der Krippe abgeladen und zurückgelassen. 
Ja, darauf kommt es an, den richtigen Stern zu finden, an den wir unseren Lebenskarren binden, den Stern, der uns in dunkler Zeit durch Wind und Wellen voran leuchtet und begleitet. So einen Stern wünsche ich uns allen, einen Stern, der uns von der Krippe auf den Heilsweg führt, wo all unsere Hoffnungen gestillt werden, und nicht nur Wünsche, sondern wo all seine Verheißungen in Erfüllung gehen. 
Ihnen und Ihren Lieben ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr 2017 
Für die Kloster Säben Freunde e.V. - Ihr Hans Eberhardt 




aktuelle Termine


-Erweiterte Vorstandssitzung am 9. November 2016, 17:00 Uhr, B.B.W. Abensberg

-Stammtisch in Abensberg am 16. November 2016, 18:00 Uhr, Jungbräu Abensberg,
 auch interessierte Gäste sind herzlich willkommen

-Weihnachtsmarkt im B.B.W. Abensberg am 22.+23. November 2016 ab 16:30 Uhr,
 tatkräftige Helfer können sich bei Martin Innig melden (09443-709-287)
-Herstellung von Lebkuchen in Kooperation mit dem B.B.W. Abensberg:
 5.-7. Dezember 2016, jeweils von 12:00-ca. 14:00, auch hier brauchen wir Helfer

-Weihnachtsmarkt der Sozialen Initiativen Regensburg im Prüfeninger Schlossgarten
 am 10.+11. Dezember 2016,
 tatkräftige Helfer können sich bei Martin Innig melden (09443-709-287)




aktuelle Termine

-Stammtisch am 7. September 2016 ab 18:00 Uhr im Jungbräu (Zirbelstube) Abensberg
-Fahrt zum Kloster Säben (B.B.W.-Fahrt): 29.09.-03.10.2016
Information und Anmeldung bei Martin Innig (09443-709-287)




Geistliches Wort zur Jahreshauptversammlung 2016

Spätestens seit 50 Jahren spricht man vom Niedergang christlicher Orden, von einem Prozess, der allmählich in seine Endphase tritt. Die Orden aber gehören von Anfang an zum Wesen der Kirche. Die Überalterung der Mönche und Nonnen zwingt nun aber immer mehr Klöster zur Auflösung. Ihre prophetische Sendung aber bleibt.
Das Prophetische ist zukunftsweisend. Es geht nicht um nostalgisches Nachtrauern und schon gar nicht um romantisierend-kitschige Unterhaltungssendungen wie „Um Himmels Willen“ und „Pfarrer Braun“ und ähnliche. Vielmehr geht es um Nachdenken über kritische Alternativen gegenüber einer verbürgerlichten Kirche, wie Papst Franziskus immer wieder betont, vor allem angesichts derzeitiger gesamtgesellschaftlicher Krisensituationen, um eine befreiende und aufrüttelnde „Schocktherapie des heiligen Geistes“, wie J.B. Metz meint, um unser Glaubensbewusstsein zu erneuern. Es geht nicht nur darum, der Versuchung nachzugeben und der dadurch bedingten abnehmenden Leistungsfähigkeit der Klöster nachzutrauern, auch nicht darum, einem falschen Aktionismus zu verfallen.
Bei einem Abendgespräch mit Äbtissin Schwester Ancilla kam die Frage auf: „ Warum soll heute noch jemand ins Kloster gehen?“ Ich glaube, Marianne war es, die so fragte. Schwester Ancilla antwortete: „Nicht, weil man Gott schon gefunden hätte, sondern weil man auf der Suche nach Gott und damit auf der Suche nach dem Sinn des Lebens überhaupt ist – aber nur intensiver als anderswo.“
Gott ist und bleibt Geheimnis, und der Mensch ist auf der Suche nach der endgültigen Heimat bei ihm. Im Wort „Geheimnis“ steckt das Wort „Heim“, auch im Wort „Heimat“. Vielleicht ist das Kloster so ein Ort für diese Suche auch in unserer Zeit. Mit der Kurzformel seiner Ordensregel „ora et labora“ hat Vater Benediktus den Weg dieser prophetischen Lebensform gewiesen.
Der Standardspruch des Wirtes meiner Stammkneipe lautet: „Arbeit ist mein halbes Leben!“ Aber was ist mit der anderen Hälfte? Zum Leben gehört mehr als nur Arbeit. Das Wort „lab-ora“ (arbeite) enthält schon das Wort „ora“ (bete). Bei Benediktus gehören beten und arbeiten zusammen. Beten gibt der Arbeit eine tiefere, sinnstiftende Dimension. Sie gehört zum Menschsein nicht erst seit der Bibel und der Sündenfallsgeschichte.
Arbeit umfasst heute das ganze Leben, auch das Geistige und Mentale, das Wissenschaftliche und das Technische.
Für viele aber ist sie heute in unserer Beschleunigungsgesellschaft die einzige Lebensform, die längst schon Freizeit, Urlaub und Erholung mit Aktivitäten ausfüllt. Arbeit als Selbstzweck alleine, als Sinnerfüllung, verfehlt die volle Würde des Menschseins. Das ahnen auch längst Philosophen, Soziologen und Wirtschaftsethiker (Hegel, Marx, Weber…).
Da sah Benediktus tiefer. Arbeit ist gleichsam „Gottesdienst mit den Händen“. Sie lässt teilnehmen am Schöpfungs- und Heilsprozess Gottes mit uns Menschen und deshalb ist sie geheiligt, weil sie dem Heil aller gilt. Im Gebet vergewissern wir uns dieser Teilhabe.
Beten ist „Denken auch mit dem Herzen“ und verbindet so Kopf und Hand, Aktion und Kontemplation. So durchdringen sich Arbeit und Gebet und führen zum Glauben mit seiner prophetischen Vorgabe. „Ich glaube, damit ich erkenne“ (credo ut intelligam): Nicht, „weil“ ist gemeint. Im Beten zeigt sich die Frömmigkeit des Denkens und die wahre Demut der Arbeit, was in der sogenannten modernen, säkularen Gesellschaft vergessen wird. Deshalb ist uns das Prophetische ihrer Hingabe unserer lieben Schwestern von Säben an diesen Sendungsauftrag so wichtig und wir, als kleiner Freundeskreis von Säben, dürfen ein wenig stolz darauf sein, daran teilhaben zu dürfen.
Mit Mutter Ancilla und den lieben Schwestern von  Säben darf ich danken für eure Mitarbeit und für euer gemeinsames Beten.
Vergelt’s Gott!
Hans Eberhardt 




18.04.2016
Wahl der Vorstandschaft

Am 18.04.2016 trafen sich Vereinsmitglieder zur Jahreshauptversammlung. Dabei wurde auch die Wahl der Vorstandschaft durchgeführt

1. Vorsitzender: Hans Eberhardt
Stellvertr. Vorsitzende: Marianne Zettl
Schatzmeisterin: Brigitte Diringer
Schriftführer: Martin Innig
Vorsitzender des Beirats: Hermann Messerer
Stellvertr. Vorsitzende des Beirats: Elisabeth Mader
Weitere Beiratsmitglieder: Adolf Geisler, Ewald Retter, Konrad Schmidhuber, Johann Betz, Franz-Josef Helmig, Josef Haberl





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