20.06.2020
Terminabsagen und -verschiebungen
-Die Sommerfahrt ist abgesagt.
-Ob die Herbstfahrt stattfinden kann, ist ungewiss.
-Der Vortrag von Sr. Teresa Zukic ist auf den 21.04.2021 (19:00 Uhr) verschoben.
-Der Vortrag von Anselm Bilgri ist auf den 18.06.2021 (18:00 Uhr) verschoben.



Pfingsten 2020
Pfingstbrief 2020

Leider geht er viel zu oft unter in unserer Wahrnehmung. Diese dritte Person in unserem Glauben. Dabei könnten/können wir ihn jetzt so gut brauchen.
Ist er doch der Tröster. Der, der uns beruhigen kann, wenn alles drunter und drüber geht. Wenn wir uns nicht mehr auskennen, weil alles aus dem Ruder zu laufen scheint.
Ist er doch die Stärke und der Mut. Der, der uns immer wieder motiviert, wieder aufzustehen, wieder neu anzufangen, uns nicht ängstlich zu verstecken.
Ist er doch die Kreativität. Der, der uns neue Wege gehen lässt, neue Gedanken eingibt, uns suchen und forschen lässt, das Leben und das Miteinander anders und vielleicht neu zu gestalten.
Zu tun hat dieser Heilige Geist im Moment ja wirklich genug.
So Vieles wird in Frage gestellt, was uns bisher so vertraut und so gewohnt war, woran wir uns halten und orientieren konnten.
So Vieles können wir uns nicht erklären, übersteigt unsere Vorstellungskraft und Fantasie.
So Vieles müssen wir neu definieren und zuordnen, einpassen in die Gesellschaft und in ein sinnvolles und konstruktives und verantwortungsvolles Leben miteinander.
Und dabei brauchen wir Hilfe. Nicht nur Geld und gute Wirtschaftsprogramme.
Nicht nur medizinische Erklärungen. Nicht nur Vorschriften, Verordnungen und Gesetze.

Und genau hier, glaube ich, kommt dieser Heilige Geist ins Spiel.
Diese Zusage Jesu, dass er uns seinen und des Vaters Geist senden wird.
In der Apostelgeschichte wird erzählt, was dieser Geist bei den Freunden Jesu bewirkt hat:
Sie verstehen nun die Zusammenhänge wirklich. Sie werden in ihrer Überzeugung, in ihrem Glauben an diesen Jesus gestärkt. Sie erkennen klar ihren Auftrag: Redet von Jesus, von seinem Gott! Sie brechen aus ihrer kleinen aramäischen Welt aus und beziehen die ganze Welt in ihr Leben mit ein. Sie wissen, was sie sagen müssen, wie sie es sagen müssen. Und mit dem Heiligen Geist erreichen sie die Herzen der Menschen.

Für mich ist diese Stelle aus der Apostelgeschichte nicht nur eine Geschichte aus dem Leben der Apostel und der Freundinnen und Freunde Jesu in der vergangenen Zeit. Für mich ist sie ganz aktuell in unsere Zeit und unsere Situation zu übertragen. Trost, Beruhigung und Auftrag und Ansporn.

Ich wünsche uns allen ganz stark die Erfahrung des Heiligen Geistes und den Trost und die Stärke aus seiner Gegenwart.

Hermann Messerer (Pfingsten 2020)



Ostern 2020
"Zuversicht - sieben Wochen ohne Pessimismus"

Mit diesem Motto starteten viele (evangelische) Christinnen und Christen in die Fastenzeit 2020. Die Ideen, wie dieses Motto umgesetzt werden sollte, haben mich sehr beeindruckt:
"Sorgt euch nicht!" Seht, wie sich Gott um die Lilien auf dem Feld und die Vögel am Himmel kümmert. Genau so sorgt er sich um euch.
"Fürchtet euch nicht!" Gott rettet sein Volk, das am Ufer des Meeres vor der scheinbaren Entscheidung stand, im Wasser zu ertrinken oder sich von den Ägyptern niedermetzeln zu lassen.
"Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?" Gott schenkt dem Abraham und seiner Sarah endlich den ersehnten Sohn, als es nach rein menschlichen Erfahrungen schon gar nicht mehr möglich war.
"Ich hoffte auf Licht und es kam Finsternis!" Die unerträgliche Leidensgeschichte des Hiob erdet so viele unserer Bitten an Gott und zeigt unsere eigene Hilflosigkeit dem Leid gegenüber auf.
"Meine Zuversicht ist bei Gott!" Diese Erfahrung des Psalmbeters dringt tief in die Seele ein, beruhigt und relativiert so manche Erfahrung auf die Verlässlichkeit Gottes für unser Leben.
"Klopfet an, so wird auch aufgetan!" Diese unhinterfragte Selbstverständlichkeit, dass Gott uns immer das schenken will, was wir brauchen, was gut ist für uns, was uns weiterbringt.
"Denn wir sind gerettet auf Hoffnung hin!" Diese alles durchtragende Überzeugung des Paulus, wie er sie im Römerbrief überliefert, dass unser Lebensziel Gott und damit das Heil ist.
Sieben Wochen, von Aschermittwoch bis Ostersonntag, sollten wir uns darin üben, über all die Schrecken des Alltags hinaus, in all dem Leid, in all dem Kummer immer wieder die Überzeugung zu finden: Wir sind nicht allein! Wir können uns auf andere Menschen verlassen. Und vor allem: Wir können uns auf unseren Gott verlassen!
Ich habe es als spannende Herausforderung gesehen, mich auf diese 7 Wochen mit diesen Themen einzulassen, mich immer wieder neu einzuüben in dieses Vertrauen auf Gott und auf die Menschen um mich herum.
Und dann kam Corona.
Und es war nichts mehr so, wie es vorher gewesen ist, wie ich es seit vielen Jahren kenne und praktiziere. Angefangen mit dem Abstandhalten. Keinem mehr die Hand geben. Niemanden mehr zur Begrüßung zu umarmen. Nicht mehr bei einer guten Tasse Kaffee am Tisch sitzen und ratschen. Nicht mal mehr in einen Gottesdienst gehen können. Dafür daheim auf dem Sofa eine Messfeier im Fernsehen aus einem Heim "mitfeiern". Von einem Moment auf den anderen ausgebremst. Alle Vorbereitungen, alle liturgischen Pläne außer Kraft gesetzt, ins Leere gelaufen.
Und nebenbei nicht nur täglich, sondern stündlich die Katastrophenmeldungen. Berichte aus China. Horrorreportagen aus Italien. Und die eigene Angst: Du gehörst ja auch schon zur sogenannten Risikogruppe, männlich, über 60.
Der erste Elan: Das schaffen wir schon. Ein paar Tage zu Hause bleiben, nicht ins Theater gehen können, nicht Essen gehen. Das geht schon mal.
Aber dann kommt wieder der Sonntag. Wieder kein Gottesdienst. Schon ein eigenartiges Gefühl. Jetzt geht schon etwas sehr Wichtiges ab. Irgendwie wird damit schon auch der Glaube in Frage gestellt. Wie wichtig sind diese Rituale, diese Gewohnheiten, diese Selbstverständlichkeiten? Meinen Glauben will ich doch in Gemeinschaft leben.
Zu den ansteigenden Zahlen von Infizierten und leider auch Toten kommen immer mehr Meldungen und Klagen, dass unsere Wirtschaft zusammenbricht. Ganze Branchen brechen weg: Gastronomie, Kunst und Kultur, Reisen, Automobilindustrie, Dienstleister wie Friseure und Therapeuten. Die Reaktion der Regierung kann zwar irgendwie beruhigen, lässt aber noch viele Fragen offen.
Ein wunderbares Hoffnungszeichen sind die kreativen Einfälle, die sich übers Netz verbreiten. Bekannte Lieder werden umgedichtet, treffend auf die momentane Situation. Anstelle der wöchentlichen Kirchenchorproben lädt der Chorleiter zu einem gemeinsamen Singen vor dem Handy ein. Kolleginnen und Kollegen verschicken trostspendende Bilder, Texte und Geschichten. Menschen, die schon lange nichts mehr von sich haben hören lassen, melden sich per WhatsApp. Gemeinde, Pfarrei, Pfadfinder organisieren Einkaufs- und Besorgungsgänge für Menschen, die nicht aus dem Haus gehen können oder dürfen oder sich nicht trauen. Und, wenn man beim Spazierengehen jemanden trifft, halten zwar alle den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand ein, aber so viel gegrüßt bin ich schon lange nicht mehr worden.
Und im Hinterkopf geht mir immer wieder dieser Aufruf für die diesjährige Fastenzeit durch den Sinn: Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus.
Vor der aktuellen Lage in unserem Land und in der ganzen Welt hat diese Aktion für mich eine ganz neue, eine ganz tiefe Bedeutung bekommen.
Nicht nur in den sieben ausgewählten Bibelstellen für diese sieben Wochen steht, dass wir uns auf unseren Gott verlassen können. Wir dürfen zuversichtlich sein, dass er uns nie allein lassen wird. Das ist die Grundaussage in seiner ganzen Geschichte mit uns Menschen. Angefangen von Adam, über Abraham bis hin zu Maria. Gott steht zu seinem Wort. Gott lässt uns Menschen immer wieder die Freiheit, auch etwas ohne ihn zu planen und zu versuchen. Aber er lässt uns nicht los, verlässt uns nicht. Und das wirklich Tröstliche ist, dass er seine Nähe und seinen Schutz nicht an Bedingungen knüpft. Nur, wenn du das und das tust, glaubst, bekennst, dann bin ich bei dir, stehe dir bei. Er hat seine Liebe zu uns Menschen bedingungslos ausgesprochen und lässt sich in ihr auch nicht durch unser Verhalten beirren.
Zuversicht. Eine Wahnsinnsaufgabe und ein Wahnsinnsprogramm.
Wahrscheinlich werden öffentliche Gottesdienste an Ostern ausfallen.
Kein gemeinsamer Gründonnerstag mit der Erinnerung an das letzte Abendmahl, in dem Jesus uns einlädt, eins mit ihm zu werden.
Keine gemeinsame Karfreitagsliturgie mit diesem brutalen und doch so eindringlichen Erleben des Leidens und Sterbens Jesu.
Und keine gemeinsame Osternacht mit diesem Aufbrechen der Nacht, auch der Dunkelheit in unserem Herzen, mit dem Aufblühen des Lichtes und der Feier der Befreiung, ja auch der Befreiung von der Bedrohung und Begrenzung durch den Tod.
All diese wunderbaren Gottesdienste werden wir wohl nur aus der Ferne und im Fernsehen mitfeiern können. Uns nur im kleinen Kreis der Familie berühren lassen können.
Aber das, was wir ansonsten in diesen Gottesdiensten feiern, geschieht trotzdem.
Jesus schenkt uns auch heuer wieder dieses wunderbare Zeichen der Gemeinschaft mit ihm und miteinander.
Jesus nimmt auch heuer wieder freiwillig das Kreuz auf sich, trägt es für uns Menschen, für jede und jeden von uns, und geht in seiner Liebe bis zum Äußersten, bis zum Tod am Kreuz.
Und Gott lässt uns am Ostermorgen wieder feiern, dass er das letzte Wort hat, nicht der Tod, nicht das Leid, nicht der Schmerz, nicht die Grausamkeit, nicht die Einsamkeit. Zuversicht!
Auch, wenn so vieles abgesagt wird und abgesagt werden muss. Gott lässt sich nicht absagen.
Freuen wir uns auf Ostern! Feiern wir seine Zusage des Lebens!
Feiern wir das Leben!
Und lassen wir uns berühren von der Nähe unseres Gottes.

Ich wünsche uns allen ein gesegnetes und befreiendes Osterfest!

Hermann Messerer



März 2020
aktuelle Termine

Die Sommerfahrt dauert vom 26.-28. Juni 2020. Anmeldungen bitte an Hr. Tom Beringer: 09443-709-287 oder Thomas.Beringer@bbw-abensberg.de
Vielleicht muss die Fahrt aus gegebenem Anlass abgesagt werden.
Denkbar wäre auch eine Verlängerung der Fahrt vom 25.-28. Juni 2020, je nach Wunsch und Absprache der Teilnehmer.

Die Herbstfahrt ist vom 1.-5. Oktober 2020 (Donnerstag - Montag). Anmeldungen bitte ebenfalls an Tom Beringer.

Ausblick auf die Fortsetzung der Vortragsreihe in Abensberg:

Abgesagt: -Der Vortrag von Sr. Teresa Zukic in Abensberg ist am 06. Mai 2020, 19:00 Uhr. Neuer Termin im Frühjahr 2021
In Planung: Der Vortrag von Anselm Bilgri in Abensberg im Herbst 2020.



Weihnachten 2019
Eine kurze Geschichte der Weihnachtszeit (Advent und / oder Event)?
An Heiligabend erleben wir wie immer eine feierliche Chistmette. Die Gemeinde begeht die Heilige Nacht, in der Christus geboren wurde. Das Lukas Evangelium wurde gelesen, Weihnachtslieder gesungen, Heiligabend Stimmung eben. Da erwähnte der Pfarrer gegen Schluss so nebenbei, dass dieses Jahr das Christkindl beim Aufstellen der Krippe abhanden gekommen sei, aber sonst stünde sie am selben Ort wie immer.
Macht ja eigentlich nichts, sagte mein Kopf. Gottes Sohn wurde ja trotzdem für uns Mensch, damals, theologisch gesprochen. Aber eigentlich sollte doch dieser menschgewordene Gottessohn auch für die Sinne sichtbar oder wenigstens erfahrbar wirklich in der Krippe liegen, sagte mein Herz.
Eine leere Krippe aber, das geht an Weihnachten schon gleich gar nicht. Nun ja, am Ende der Messe stehen etliche Besucher vor der Krippe und rätseln: Wo kann's denn sein, es war doch letztes Jahr noch da?... Bis eine beherzte junge Dame die Initiative ergreift und auf das Podest mit der Krippe krabbelte, ganz weit nach hinten in den Stall greift und das Christkind tatsächlich findet.
Alles wieder in Ordnung, keine Panik, war ja nur eine Krippenfigur. Oder?, oder vielleicht doch nicht? Oder doch eine Geschichte, die nachdenklich macht oder gar provoziert. Ja, vielleicht haben wir selber aufgegeben, dass Christkind zu suchen, weil wir es nicht dort vermuten, wo es ist, nämlich im Dunklen bei den Kleinen, den Armen und den Bedürftigen, sondern nur dort suchen bei den Reichen, Mächtigen und Schönen, die im Lichte stehen. Weil wir nicht da suchen, wo das Licht eigentlich herkommt. Vielleicht will sie uns dies zeigen (anfangs hatte ich sogar den Pfarrer als Täter in Verdacht, dass da eine Botschaft oder eine pastorale Absicht dahintersteckte).
Ja, was suchen wir oder erwarten wir denn noch? Johannes der Täufer lässt Jesus aus dem Gefängnis heraus fragen: "Bist du es, der da kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?" Und Jesus antwortet: "Blinde sehen und Lahme gehen wieder... und den Armen wird das Evangelium verkündet" (Mt. 11,5).
Ja, es kommt darauf an, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern, wie schon Marx sagte. Philosophen und Politiker und auch Theologen reden mehr über und von Gott, der Welt und ihrer Zukunft als mit Gott und zu ihm, der seit Weihnachten für uns Mensch ansprechbar geworden ist und ein Gesicht hat, das Gesicht der Armen, Hungernden, der Fremden und Obdachlosen, das Gesicht eines Kindes.
"Mach es wie Gott, werde Mensch", fasste einfach einmal Bischof Kampaus das faszinierende Weihnachtsgeheimnis zusammen. Das ist wahrhaft die Sinninterpretation, die nicht mehr zu toppen ist, nicht durch alle Sinnboykotteure des Atheismus, trotz all ihrer... -ismen, von Nichilismus bis zum menschenverachteten Kapitalismus und all ihrer machtpolitischen und wissenschaftlich getarnten oder eingebildeten Potenz nicht sehen können. Sie wollen nicht sehen, dass es viel vernünftiger wäre, die Hoffnung auf einen "rettenden Gott" (Heidegger) zu richten, der am Ende der Vollendung mit uns alles in allem ist. Die Menschwerdung Gottes (Kenosis) ist auch nicht Schwächung seiner Göttlichkeit, sondern die Größe seiner Liebe. "Gott ist die Liebe" wie Johannes sagt. Darin begründet der italienische Philosoph Giovanni Vattimo die metaphysisch-christliche "Kehre" seines Denkens.
Ja, Weihnachten hat eine Vorgeschichte. Sie beginnt spätestens mit der Verkündigung des Engels von Nazareth. Eigentlich sollte man das Lukas Evangelium von hinten nach vorne lesen, um die Absicht des Verfassers zu verstehen: nämlich Jesus als den von den Propheten verheißenen und vom Volk ersehnten Messias zu erahnen. Dann erschließen sich auch die Kindheitsberichte und -legenden in ihrer heißgeschichtlichen Dimension, und Maria, die Mutter Jesu wird in ihrer Bedeutung und als Miterlöserin gewürdigt. Maria spricht ihr " JA-Wort" auf die Anfrage des gottgesandten Engels. Zuvor aber fragt sie selbstbewusst zurück: "Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne." Ja, eine unerhörte Anmaßung einer Frau in einer patriarchalen und männerdominierten Gesellschaft vor 2000 Jahren damals."
"Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden, und der Engel weist auf Elisabeth hin, die trotz ihres hohen Alters schon im 6. Monat schwanger ist "denn bei Gott ist kein Ding unmöglich", hakt der Engel nach.
Da erst willigt Maria ein und wird sich ihres gewaltigen Heilsauftrages und ihrer Aufgabe bewusst. Mit diesem "JA-Wort" schwanger geht Maria über das Gebirge zu Elisabeth, die selbst Wunderbares erfährt und Maria herzlich begrüßt: "Gesegnet wirst du unter den Frauen (nicht vor allen Frauen, wie die neue Übersetzung lautet"). "Mächtige stürzt er vom Thron, Niedrige erhöht er.... Armen wird die frohe Botschaft verkündet", auf die Israel schon so lange wartet. "Und das Wort ist fleischgeworden" heißt es im Prolog des Johannes. Maria trägt ihn unter dem Herzen und sie trägt ihn nach Betlehem, dann auf der Flucht vor Herodes nach Ägypten, bringt ihn zu Simeon und Anna: Meine Augen haben das Heil gesehen " , sucht ihn, den zwölfjährigen im Tempel. Maria spielt wirklich eine tragende Rolle im Heilsdrama Jesu. Auf seinem Lebensweg ist sie dabei, von Kana bis unters Kreuz, an Pfingsten mitten unter den Aposteln, bei der Geistsendung.
Da wird Maria zu Recht Mutter der Kirche genannt: Nicht einer triumphalistischen und hierarchischen, sondern einer dienenden.
Ja, auf was warten wir denn noch? Auf wen? Der ewige Advent der Ankunft - und die Wartezeit ist vorbei. "Christ, der Retter ist da". Er ist angekommen. Wir müssen ihm entgegengehen wie auf einem Bahnsteig, sein Gepäck tragen helfen, wie damals Simon von Cyrene, der das Kreuz mittrug, damit er wirklich bei uns aufgenommen ist.

Szenenwechsel:
Die "Amazonassynode" und erst recht der sog. "Synodale Weg" mögen neuen Auftrieb geben für den jetzt auch noch, nach den Missbrauchsfällen, erschütterten Glauben. Da geht es jetzt endlich um die Sexuallehre der Kirche, um die Würde der Frau und ihre gleichberechtigte Teilnahme im sakramentalen Amt. Die eucharistische Heilsgemeinschaft und -feier ist wichtiger als die zölibatären Strukturen. Dienst eben statt Macht ist nicht zuletzt auch die Botschaft von Weihnachten, die wahre Befreiungstheologie, die im Stall von Betlehem geboren wird, wie der am 2. Dezember verstorbene große Oberpfälzer Theologe Johann Baptist Metz sagen würde.
Spätestens seit das säkulare, humane Bewusstsein die Gleichheit von Mann und Frau auch bei uns politisch akzeptiert, ist nicht mehr die Abwertung der Frau theologisch erklärungsbedürftig, sondern der Ausschluss von den sakralen Ämtern durch die Kirchenhierarchie.

Auch für die Bewegung Maria 2.0 gehört es zur ganzen Wahrheit des Schöpfungsprozesses, dass von Anfang an Mann und Frau als Ebenbild Gottes geschaffen sind, wie schon die Genesis es auf den Punkt bringt.
Vielleicht ist die Zeit jetzt reif, das "Magnifikat" in seiner programmatischen und prophetischen Tiefe anzustimmen und der theologischen Bewusstseinsentwicklung der Gläubigen gerecht zu werden.
In den Abschlussreden des Auferstandenen heißt es bei Johannes: "Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt noch nicht verstehen. Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit einführen."
Wenn schon durch die Frau das "Wort", der "Logos" in Maria Mensch geworden ist... ("und hat unter uns gewohnt") , dann werden wir alle seine Herrlichkeit schauen "voll Gnade und Wahrheit" , dann, wenn wir uns mit Maria und Josef auf den Weg machen nach Betlehem, und wenn es sein muss nach Jerusalem gehen.

In dieser zuversichtlichen Hoffnung

Ein gesegnetes und frohes Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr.

Für alle Säbenfreunde

Hans Eberhardt




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