Ostern 2014
Ostergrüße / Termine

Die Vorstandschaft wünscht allen Mitgliedern und Freunden ein gesegnetes Osterfest!
Hier zwei Termine für die nächste Zeit:
Sommerfahrt zum Kloster Säben – Ladiner Wallfahrt
 11.- 14. Juni 2015. 
Vorschlag für die Abfahrtszeit: Donnerstagmittag, aber auch eine Abfahrt am Morgen wäre ggf. denkbar. Bitte bei der Anmeldung angeben. Diese Fahrt wird sich von den Fahrten in den vergangenen Jahren unterscheiden, denn es gibt die Möglichkeit, die Wallfahrt der Ladiner sozusagen als "Zaungäste" mitzuerleben. Am Freitag, 12. Juni feiern die Ladiner in der Hl.-Kreuz-Kirche auf Säben, dem Ziel der Wallfahrt, einen feierlichen Gottesdienst. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, den Schwestern bei den Vor-und Nachbereitungen zu helfen. Ein weiterer Unterschied wird sein: wir wohnen nicht im Gästehaus des Klosters, den Aufwand kann der kleine Konvent in Verbindung mit der Ladiner-Wallfahrt nicht bewältigen. Wir suchen uns ein Gasthaus oder Hotel in der nahen Umgebung (z.B. Gasthaus Huber, Weißes Kreuz oder Gasthaus Mühlele).
Wenn Sie Interesse haben, oder Fragen: Schreiben Sie eine E-Mail an martin.innig@bbw-abensberg.de – oder rufen Sie unter 09443-709-287 an.
Herbstfahrt zum Kloster Säben in Kooperation mit dem B.B.W. St. Franziskus Abensberg
30. September – 4. Oktober 2015
Anmeldungen zu dieser Fahrt nimmt Hermann Messerer entgegen: hermann.messerer@bbw-abensberg.de – Tel. 09443-709-189.



Dezember 2014
Weihnachtsbrief 2014

… Allen Menschen wird zuteil, Gottes Heil
Für viele Menschen steht das klassische Weihnachtsevangelium im zweiten Kapitel bei Lukas. „In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen….“ (Lk 2,1). Dies hat Konsequenzen, die die Welt seit damals verändert haben. Sie dauern heute noch an.
Auch ganze Epochen der Kunstgeschichte erzählen seit damals in ihren vielgestaltigen Formen die Weihnachtsbotschaft in Bildern, Skulpturen, Literatur, Musik, und vor allem auch Krippendarstellungen. Sie prägen so das religiöse Bewusstsein der Gläubigen mit. Die Kirche, selber wahrscheinlich der größte Kunst- und Kulturmäzen überhaupt, und manche ihrer Fürsten waren dabei nicht immer nur auf die Verherrlichung und Verkündigung der Botschaft aus, sondern auch nicht selten auf eigenen Ruhm, Machtposition und Größe fixiert.
Tebartz-van-Elst aber verwechselte vollends Kunst (religiöse) mit Luxus (individuellem). Vor allem in der Stilepoche und erst recht besonders im Rokoko gelang es, das heilige Geschehen ins Irdische zu übertragen, die Grenzen zwischen Himmel und Erde künstlerisch aufzulösen, das Profane und das Heilige zu verbinden. Meister wie die Asams, die Günthers, Fischers oder Zimmermanns, oder auch Straub (siehe Bild: Engel von Dießen am Ammersee) schufen „theatrum sacrum“, wie zum Beispiel die Klosterkirche Weltenburg, die den Betrachter staunen lässt. Sie versuchen gleichsam den Himmel auf die Erde zu holen, wo Diesseits und Jenseits zusammenfallen und verschmelzen.
Gott wird Mensch. Unfassbar für den menschlichen Geist, nur fassbar in göttlicher Liebe.
Auch Matthäus stellt wie Lukas das Geburtsgeschehen in den Mittelpunkt. Er führt die Weihnachtsbotschaft über die „Idylle“ von Betlehem hinaus ins Globale und Kosmische. Die „Sterndeuter aus dem Osten“ (Mt 2, 1-2)… „haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen“. Ihr Weg nach Jerusalem bzw. nach Betlehem ist der Weg zum Heiland, ist der Heilsweg, nicht nur für die Hirten auf dem Feld, sondern gleichsam für die ganze Menschheit und den Kosmos, für die ganze Schöpfung. Dieser Weg wurde ihnen gezeigt von Woanders her, vom Stern, dem Kometen, dem Engel.
Später philosophiert der Evangelist Johannes: „Das Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Es war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.“ (Joh 1, 9-10)
Ja, die Kunst damals ließ noch etwas ahnen von der Herrlichkeit, dieser sich offenbarenden Einheit des Göttlichen und des Menschlichen, des Kosmischen und Irdischen. Kunst und Philosophie und Theologie gingen noch Hand in Hand.
Nikolaus Cusanus (1401-1464), Bischof von Brixen und Säben, Kardinal, genialer Mathematiker, Philosoph und Theologe, war einer von den ganz Großen, die diese Einheit noch zu denken wagten und „Wissen“ und „Glauben“ zusammenführten. Aber schon bald, im aufkommenden Rationalismus, und vor allem in der Aufklärung, brach diese Einheit von Wissen und Glauben, von „ratio et fides“, auseinander. Das Wissen wanderte in den Kopf und das Herz blieb leer. Wissenschaft und Glaube verarmten.
„Wir wissen (erkennen) das Unendliche nicht, aber wir wissen um das Unendliche“ (also um Gott).
Der Cusaner spricht von „docta ignorantia“, von „belehrtem Unwissen“. Im Unendlichen aber heben sich alle Grenzen auf und alle Gegensätze, z.B. des Göttlichen und Menschlichen, fallen zusammen in Eins und verlieren doch nicht ihre Identität. Das Ganze ist eben mehr als die Summe aller Teile, weil eben die Differenz nicht aufgehoben wird (= coincidentia oppositorum = Zusammenfall aller Gegensätze). Die „ratio“ aber mit ihrem Alleinanspruch vergewaltigt die Vernunft, weil sie nicht dem Ganzen, sondern nur Teilerkenntnisse redlicherweise erkenntnistheoretisch beanspruchen kann und lässt den Menschen letztlich mit seiner Sehnsucht nach dem Ganzen auf sich alleingestellt, ratlos, orientierungslos, zweifelnd und bisweilen verzweifelnd zurück.
Oft wird darum Gewalt (geistige und sogar physische) im Politischen, Gesellschaftlichen und Wirtschaftlichen zur „ultima ratio“, wie auch Herodes, jener machtgierige Potentat, nur mit Gewalt seine Macht zu erhalten glaubte (Kindermord).
„Gott aber wird Mensch“ – Er entmächtigt sich selbst, legt seine Allmacht ab, wird selbst hilfloses und auf die Liebe von Eltern angewiesenes Menschenkind. Wenn Allmacht und Liebe zusammenfallen, ist Gewalt am Ende, überwältigt von der Liebe.
Aber an welchen Gott glauben wir? Ist das nicht eigentlich unsere Frage: Ob Gott existiert? Es ist eher die Frage der Philosophen, die sie aber nicht beantworten können, rational nicht, wie sie zugeben müssen. Unsere Frage ist: Wie steht Gott zu uns? Ob Gott existiert oder nicht, beides beeinflusst in gleicher Weise unsere Lebenspraxis. Gott gibt es also, ob wir an ihn glauben oder nicht (eine Art negativer Gottesbeweis). Letztlich kommt es nicht darauf an, ob wir Gott erkennen, an ihn glauben oder ihn lieben, sondern darauf, dass ER uns liebt. Das ist die Weihnachtsbotschaft von oben.
Jesus, der menschgewordene Sohn, bringt diese Weihnachtsbotschaft von unten. Diese Liebe des menschgewordenen Gottessohnes nimmt uns als Menschen in die Pflicht, nicht nur im Glauben, sondern vor allem im Tun und Handeln. Glauben ist ein Tunwort. „Mach es wie Gott, werde Mensch“, sagte einmal Bischof Kamphaus.
Glauben heißt für uns, den Menschen Mensch sein. „Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gottes Erkenntnis, nicht Brandopfer“, beklagt sich Jahwe nach Hosea 6,6.
Die Weihnachtsbotschaft von unten steht bei Mk 1,2: „Ich sende meinen Boten vor dir her“- „er soll den Weg für dich bahnen“. Eine Stimme ruft in der Wüste: „Bereitet dem Herrn den Weg. Ebnet ihm die Straßen […]“ Dieser Ruf ist an uns gerichtet. Er will uns dabeihaben. (Er hat uns eingeplant bei der Entfaltung seiner Schöpfung als Mitschöpfer und seine Ebenbilder, wie Pierre Teilhard de Chardin Theologe und Naturwissen-schaftler 1881 -1955) meint, teilzunehmen und teilzuhaben am evolutiven Heilsweg auf Christus hin, den Vollender, gleichsam A und Ω. Für Teilhard fallen der Heilsweg Gottes zum Menschen und der Heilsweg des Menschen zu Gott in Christus zusammen. An Weihnachten nimmt dieser mit Christus gemeinsame Weg endgültig seinen Anfang.
Nein, Gott ist keine Welterklärungsformel oder philosophische These, sondern in Christus haben wir eine Weltgestaltungsmission, die Konsequenzen für unsere Lebenspraxis hat. Papst Franziskus (nomen est omen) wird nicht müde einzufordern, was Markus in seiner Weihnachtsbotschaft von unten so ausdrückt (Mk 1,15): „Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe, kehret um und glaubt an das Evangelium.“
Umkehr heißt für den Papst: weg von einer Wirtschaft, die tötet, die Menschen dem Kapital und der Wirtschaft opfert, Umwelt und Klima schädigt, ihm die gerechte Teilnahme und Teilhabe am Schöpfungs- und Heilsprozess verwehrt, und sie nur den Reichen und Begünstigten zugesteht. Politik und Wirtschaft, die Banken retten und Investoren schützen (TTIP, CETA und TISA) und nicht den Menschen, und so Ausbeutung, Krankheit, Unrecht, Not, Vertreibung usw. in Kauf nehmen, diese Wirtschaft tötet. Statt: „Globalisierung der Gleichgültigkeit (Lampedusa)“ fordert Franziskus die „Option für die Armen“.
Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus, bonae voluntatis. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen guten Willens, verkündet der Engel... bis er wiederkommt in Herrlichkeit.
Lassen wir unser Weihnachtsfest nicht zu einem nostalgischen, sentimentalen, kitschig-religiösen Event im Konsumrausch verkommen.
Sondern: „Kündet allen Menschen in der Not, fasset Mut und habt Vertrauen; bald wird kommen unser Gott; herrlich werden wir ihn schauen… wenn jede Schlucht aufgefüllt und jeder Berg und Hügel sich senkt… (Lk 3, 5-6). Es gibt viel zu tun.
Fangen wir bei uns selber gemeinsam an! „Und allen Menschen wird zuteil, Gottes Heil!“
Das ist mein Weihnachtswunsch für uns alle, für ein frohes Fest mit Gottes Segen.
 
Hans Eberhardt



Ostern 2014
Mein Osternachtstraum 2014

„Träumen“ scheint immer mehr zu einem Lieblingsthema der Erbauungsliteratur unserer Tage zu werden. Der Traum von einem besseren Leben, von einer schöneren und vor allem gerechteren Welt. „I have a dream“, predigte Martin Luther King in den 1960er Jahren gegen den Rassismus in seiner Heimat, und dieser Traum war für ihn tödlich. Ja, Träume verweisen oft auf uneingelöste Versprechungen und unerfüllte Wünsche in einer ungewissen Zukunft.
Aber, da ist plötzlich einer in Rom, wie aus einer fernen Welt, nicht mehr unnahbar verschanzt hinter dicken Vatikanmauern, einer, der einen Traum von einer anderen Welt, einer neuen Kirche träumt, der von der  „Freude des Evangeliums“ spricht, von einer Freude, die eingefahrenen Strukturen einen neuen Geist einhaucht, der wieder träumen lässt und neue Wege eröffnet in eine Zukunft für alle, die sich anstecken, inspirieren und aktivieren lassen und die lähmende Resignation überwinden wollen.
Ja, schlafen wir noch wie die Jünger am Ölberg, oder träumen wir schon?
Auch Moses träumte einst vom „gelobten Land“, obwohl er es selber nicht mehr betreten durfte. „Ich glaube, mir geht’s wie Moses damals, heute mit meinem Säben“, sagte einmal Schwester Marcellina, die kürzlich ihren 90.Geburtstag feiern durfte und immer noch den Traum von neuem Leben in den Mauern von Säben träumt, zusammen mit Sr. Ancilla, und die Hoffnung nicht aufgibt.
„Und der Herr war mit Josef“, heißt es in der Genesis in der Erzählung, als dieser dem Pharao seine Träume deutete, und so das ganze Volk vor dem Hungertod bewahrte.
Ja, Träume spielen eine entscheidende Rolle in der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen. Träume retten Leben, sogar einst Jesus vor Herodes, und künden vom kommenden Heil. Freilich, Träume sind im Allgemeinen keine wörtlichen Weisungen von oben. Träume bedürfen der jeweiligen Interpretation. Sie öffnen Wege in unser Inneres. Träume kommen aus der Tiefe unseres Unterbewussten und auch aus der Seele.
Aber die allem gemeinsam zugrundeliegende Bekenntnisformel lautet: “Christus ist auferstanden“. CHRISTOS ANESTI. Wen rührt nicht auch zutiefst die Geschichte Maria Magdalenas am Grab Jesu, die alles auf ihn setzte, ihre Träume, ihre ganze Hoffnung und Liebe, und dann, am Karfreitag war alles aus, verblutet am Kreuzaltar auf Golgotha. Und doch, der stark alttestamentliche Sühne- und Opfergedanke wurde zu sehr auf das Kreuz eingeengt; siehe die traditionelle Kreuzwegfrömmigkeit seit dem Spätmittelalter.“Durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.“ Aber auch die neutestamentlichen Schriften wurden davon beeinflusst. Nach heutigem gewachsenem Glaubensverständnis rückt immer mehr der unblutige Versöhnungsgedanke ins Zentrum der Jesusbotschaft. Nicht nur das Kreuz, sondern die Hingabe seines ganzen Lebens, seines Tuns und Wirkens ist die Mitte. Ein liebender Vater-Gott lässt sich auch schwer mit einem den Sühnetod des eigenen Sohnes fordernden Vater vereinbaren (s. „Osterbrief 2013“).
In Jesus Christus ist Gott selbst der Allversöhner, der stellvertretend das Schicksal der ganzen Menschheit, ja der ganzen Welt und des Kosmos auf sich nimmt und mit sich versöhnt, auch das Böse, wie Paulus sagt (1 Kor. 15,28) „Damit Gott herrscht über alles und in allem.“
Ja, der Tod ist nur der große Gleichmacher, aber mit barmherziger Gerechtigkeit hat er nichts zu tun. Nur eine Hoffnung, die über den Tod hinausgeht, macht Sinn, wenn sie sich auf eine andere, neue Welt der Gerechtigkeit und unendlicher, alles übersteigender Liebe bezieht. Diese Liebe wird in Christus offenbar und zuletzt am Kreuz in seiner Totalhingabe, wo er alles Leid, allen Schmerz und Tod auf sich genommen hat. Diese unfassbare Liebe schließt selbst die Täter mit ein, weil sie alles Böse der Vergangenheit und der Zukunft überwältigt und auch Opfer und Täter zu versöhnen vermag.
Am Kreuz noch hat ja Jesus seinen Henkern vergeben, weil in solcher Liebe die Barmherzigkeit des Allmächtigen selber gegenwärtig ist. Zwar werden die Täter ihrer gerechten Strafe nicht entgehen, nicht der Scham und Schande für ihre Taten, doch sie werden der überwältigenden Liebe ihrer Opfer sich nicht entziehen können und so auch Wege zur Versöhnung finden. Deshalb ist mein Osternachtstraumbild auf einem Säulenkapitell der Kathedrale von Vezelay (Burgund, s. Bild), das in abgründig religiöser Tiefe, wie es nur die Romanik in ihrer religionsübergreifenden symbolischen Bildsprache darzustellen vermag. Diese neu zu verstehen müssen wir erst neu wieder lernen. Der Auferstandene trägt, wie der gute Hirt, das schwarze Schaf auf den Schultern, den leblosen Judas, weil er will, dass keiner der Seinen verloren geht. Von Spardano, einem italienischen Journalisten wurde Papst Franziskus gefragt:“Wer ist Bergoglio?“ „Ich bin ein Sünder“ antwortet Franziskus. Und Sünder sind wir allemal und zugleich auch Opfer, deshalb stehe es ihm auch nicht zu, über  Andere zu urteilen, wie er folgerichtig in seinem apostolischen Rundschreiben argumentiert.
Ja, auf den Karfreitag folgt ein strahlender Ostersonntag und selbst der verrückteste Menschheitstraum, der je geträumt werden kann, wird wahr; dass eben nicht alles aus ist nach dem Tod, nicht Opfer ewig Opfer bleiben und Täter ewig Sieger, dass alles neu wird und sich im Ewigen vollendet.
Auch die Jünger von Emmaus erzählten von ihren verlorenen Träumen und Enttäuschungen, bis sie ihn am Brotbrechen erkannten und er ihren Augen entschwand. „Brannte nicht unser Herz“ sagten sie zueinander. Ja, auch unser Herz muss brennen. Freilich, Enttäuschungen und zerstörte Erwartungen gibt es immer wieder, aber die Träume bleiben und die Hoffnung lebt, wenn wir miteinander teilen. 
Zugegeben, es gibt viele Gründe zum Pessimismus, aber doch einen entscheidenden Grund zum Optimismus. In jeder Eucharistiefeier wird uns diese Hoffnung mutmachend bestätigt: „der Herr sei mit Euch“ und er ist mit uns; bis all unsere Träume in Erfüllung gehen mit ihm und endgültig bei ihm in seiner österlichen Herrlichkeit.
So wünsche ich Euch allen ein gesegnetes Osterfest und die Erfüllung aller Träume! 


Euer Hans Eberhardt





Dezember 2013
Terminkalender 2014

2. April 2014 - 17:00 Uhr (Mittwoch) im B.B.W. Abensberg
Jahreshauptversammlung

Tagesordnung:
- Begrüßung
- Rechenschaftsbericht und Aktivitäten 2013
- Kassenbericht und Entlastung der Kassiererin
- Geplante Aktivitäten im Jahr 2014
- Sonstiges
Hiermit ergeht an Sie auch die offizielle Einladung zu dieser Jahreshauptversammlung.

4. Juli 2014 - ab 17:00 Uhr (Freitag)
Fest zum 10-jährigen Bestehens des Vereins

Gottesdienst, Empfang, Festakt, Abendessen
Hierzu ergeht an Sie mit der Osterpost eine gesonderte Einladung mit der Bitte um Anmeldung unter Angabe der Personenzahl.
(Schon mal der Hinweis für die Fußballfreunde: an diesem Tag sind zwei WM-Viertelfinalspiele um 18:00 Uhr und um 22:00 Uhr.)
16.-18. Mai 2014 (Freitag - Sonntag)
Sommer-Fahrt zum Kloster Säben
Programm nach Absprache der Teilnehmer
2.-6. Oktober 2014 (Donnerstag - Montag)
Herbst-Fahrt zum Kloster Säben (in Kooperation mit dem B.B.W. Abensberg)
Programm: Teilnahme an den Gebetszeiten, ggf. Ernteeinsatz, Wanderungen
Sie können sich bei Interesse an den Fahrten bei Hermann Messerer anmelden.
28.-30. November 2014 (Freitag - Sonntag)
Teilnahme am Weltenburger Klostermarkt



Weihnachten 2013
Gedanken zum Weihnachtsfest 2013

Am Beginn der Adventszeit steht Maria, die herausragende Leitgestalt auf dem Weg zum Weihnachtsfest. Maria, als die „unbefleckt Empfangene“, eine Vorgabe, zum großen Geheimnis der Heilsgeschichte überhaupt Zugang zu finden.
1.    Alle Jahre wieder machen wir uns auf die Suche nach einer längst „verlorenen, staaden“ Zeit. Aber die religiöse vorweihnachtliche Belletristik, und die Industrie und die Christkindlmärkte unserer Städte machen Rekordumsätze und schüren einen neuen modernen Weihnachtsmythos. Dabei braucht unsere Non-Stopp-Gesellschaft nichts notwendiger als Entschleunigung, genauso wie auch unsere geknechtete Natur (siehe Umweltkatastrophen, Ausbeutung von Mensch und Natur…). Sie braucht Unterbrechung um wieder zu sich selber zu kommen, weg von dem „immer mehr“, „immer schneller“, weg von dieser „Sofort-Mentalität“ (Sonntagskultur). Je schneller der Mensch um die eigene Achse rotiert, desto eher verliert er die Balance, verliert er seine Mitte und gerät immer mehr an den Rand, wo die Fliehkräfte am größten sind, bis er seinen letzten Halt verliert und vielleicht damit sogar Gott. Der große Ordensvater Benedikt verstand etwas von Entschleunigung und gibt mit seiner Regel: „ Ora et labora et lege“ gleichsam eine Steilvorlage, auch in unserer Zeit das rechte Maß für ein sinnvolles und erfülltes Leben zu finden, heute, wo Sein und Sinn, Dasein und Lebenssinn immer mehr auseinander driften.
2.    Vielleicht brauchen wir da jemanden wie Maria, die Halt gibt. Das klingt allemal etwas fromm. Für mich strahlt aber gerade Maria eine Ruhe aus, die unglaublich ist. Sie soll Mutter werden, ein Kind empfangen und gebären: aber W A S für ein Kind? Maria bleibt der Fels in der Brandung trotz allen Trubels um sie herum im Himmel und auf dem Hirtenfeld.
Maria, so sagt das Dogma etwas geschraubt: „…ist vom ersten Augenblick ihrer eigenen Empfängnis durch die Gnade des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Christi, des Erlösers, von jeglicher Schuld unversehrt bewahrt.“
Für Lukas (1,28) ist Maria das „befähigte Geschöpf Gottes, die von ihm erwählte Mutter des Erlösers“. Von dieser Erwählung sprechen auch die „Väter“, von Irenäus bis Gregor von Nazianz und Augustinus. Im Mittelalter dann Anselm von Canterbury, Thomas v. Aquin und dann Duns Scotus, der von „vorausgreifender Erlösung“ spricht, welche dann Pius IX am 8. Dezember 1854 endgültig dogmatisiert hat. Das II. Vat. Konzil in Lumen gentium (LG 56) spricht von ihrer „einzigartigen Heiligkeit“, wobei der Bezug auf Jesus Christus, ihren Sohn besonders hervorgehoben wird, in der Inkarnation und Kenosis (Herabkunft) des Göttlichen im Menschen Jesus, dem Christus. Da bedeutet ihre biologisch, menschliche Mutterschaft eine existentielle, ganzheitliche und personale Bezogenheit auf den Sohn.
3.    Ikonographiegeschichtlich gesehen verselbständigt sich das Bild der Immaculata, d.h. die Darstellung Marias ohne das Kind, beeinflusst vor allem von der Apokalypse des Johannes. Maria, stehend auf der Mondsichel über dem schlangenumschlungenen  Erdball (Schlage verkörpert das Böse), gekrönt von dem Kranz mit zwölf Sternen (die übrigens auch die Europaflagge zieren), Maria als das endzeitliche „große Zeichen am Himmel“. Hier bereits zeichnet sich ein Zusammenhang ab, der erst heute wieder die Heilsgeschichte in ihrer kosmischen Dimension aufscheinen lässt und auch theologisches Denken neu in universalgeschichtliche Bahnen lenkt. Heilsgeschichte, die Geschichte Gottes mit dem Menschen, bricht in die kosmische Universalgeschichte ein und die Geschichte des Menschen geht in der Heilsgeschichte auf , von a bis ? wie Teilhard de Chardin sagt, wo alles Materielle, Weltgeschichtliche, und alles Geistige verschmelzen wenn die Zeit erfüllt ist im ewigen Kairos Gottes. Paulus schreibt im Galaterbrief: „…als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn“ und im Epheserbrief „…so hat er beschlossen, in Christus alles zu vereinen, was im Himmel und auf Erden ist“.
4.     Christus ist der „Logos“ das menschgewordene Wort, die Vernunft, wie Johannes im Prolog sagt. Das „Wort“ ist es, das gleichsam die Humanevolution immer mehr zu Gott führt, bis ER alles in allem ist. Und in diese Dynamik hat Gott seinem menschgewordenen Sohn in einen heilsgeschichtlichen Prozess mit einbezogen, lässt ihn teilhaben und teilnehmen. Die Welt ist ja in einem komplizierten Evolutionsprozess geworden, aber dass sie „im Tiefsten doch aus dem Logos kommt“ wie Kardinal Ratzinger in „Gott und Welt“ sagte. Freilich, die Frage nach dem Ursprung der Evolution oder des Lebens und des Bewusstseins kann nicht ohne Grenzüberschreitungen zwischen Naturwissenschaft und Glaube beantwortet werden. Der demütige Glaube an einen liebenden Schöpfer – Gott ist mir da lieber und ist menschlicher als der Glaube an einen blinden, anonymen Zufall. Und mehr hat die Wissenschaft ja auch nicht zu bieten. Ihre allgemeinen Geltungsansprüche (der Wissenschaft und ihrer Rationalität ist gemeint) sind eben auch nur geschichtlich, d.h. auf der Höhe ihrer jeweiligen zeitbedingten Erkenntnisbasis zu verstehen.
5.    Im Stall von Bethlehem beginnt etwas Neues. Das Göttliche wird offenbar in der menschgewordenen Liebe. Der „Logos“ erreicht seine höchste Stufe in dieser universalen Liebe und damit impliziert ist auch alle menschliche Vernunft und Rationalität und bekommt so eine moralische Dimension wie Benedikt XVI. in seiner Regensburger Rede sagte: „ Nicht vernunftmäßiges Handeln ist dem Wesen Gottes zuwider, der ja die Liebe ist“. Und Papst Franziskus spricht in „Evangelii gaudium„ (die Freude des Evangeliums) in unüberhörbarer Weise vom Vorrang der „Liebe in der Lehre“ (ihm geht es mehr um die Glaubenspraxis als um das Dogma wie seinem Vorgänger). Wenn wir aber zu wissen vorgeben, wo Gott ist oder wer er ist, finden wir nur einen „Gott nach unserem Maß“ sagt der Papst und landen höchstens in einer Ideologie und verfehlen den wahren Auftrag Christi. Dies thematisiert Franziskus auch in seiner fundamentalen Kapitalismuskritik und seiner „Option für die Armen“, was nicht ohne Einfluss auch auf die christliche Soziallehre bleiben wird.
Heute wird das Offenbarungsgeschehen nicht mehr so sehr, wie noch bei den Kirchenvätern in „Seinskategorien“ gedacht, sondern in Kategorien der lebendigen Geschichte, also des Verstehens, des Werdens und des Vollendens. Gott zeigt sich in seiner geschichtsgebundenen Offenbarung in der Zeit nämlich als lebendiger Gott.
6.    Knüpften die Evangelisten Lukas und Matthäus ihre heilsgeschichtlichen Aussagen narrativ wie Verkündigung, unbefleckte Empfängnis oder Geburt im Stall von Bethlehem an historische Ereignisse, so bleiben es doch Bilder, auch wenn diese historisch dogmatisiert wurden. Auch Dogmen haben eine Geschichte. Es sind Schritte oder Stationen im religiösen Bewusstsein auf dem Wege zu einem tieferen Glaubensverständnis der Heilsgeheimnisse, sind Eckpunkte der Heilsgeschichte, also des Weges Gottes mit uns Menschen. Diesen Weg mitzugehen ist unsere Aufgabe in der Welt, vor aller Welt und für alle Welt.
7.     Ja, „Kenosis“ (Menschwerdung des Göttlichen) ist Einbruch des Ewigen ins Zeitliche oder Aufbruch des Zeitlichen (Jesus Christus) ins Ewige, ist „ Kairos“ (die endgültig erfüllte Geschichte) ist Aufnahme des Biologischen über das Noologische ins Kosmische von Alpha zum Omega, wie auch immer unsere kümmerlichen Denkversuche sich artikulieren mögen.
(Wie schon Jesaja voraussagt: Ochs und Esel kennen ihren Herrn, aber Israel hat keine Erkenntnis). Deshalb steht jeder Augenblick der Geschichte, auch unserer Geschichte in Beziehung zum Ewigen, und es gibt kairotische, heilsgeschichtliche Berührungspunkte, wie sie in weihnachtlichen Bildern der Evangelien geschildert werden. Diese Berührungspunkte mit dem Ewigen (z. B. Stall, drei Könige, Stern…) mögen beim Nichtgläubigen Kopfschütteln verursachen, beim Gläubigen aber Staunen und beim Theologen Kopfschmerzen, auf jeden Fall aber zum Nachdenken anregen und zum Umdenken führen, denn „das Reich Gottes ist nahe gekommen, die Zeit ist erfüllt. Kehret um und glaubt an das Evangelium.“ (Mk 1/15).
Auch im Namen der Schwestern in Säben und Pater Andreas möchten wir Euch ganz herzlich danken  für alle Zeichen der Verbundenheit, der Mitarbeit und Euren Einsatz für den Verein.
Zum bevorstehenden Weihnachtsfest und  für das kommende Jahr wünschen wir Euch allen
GOTTES REICHEN SEGEN !
Für die Freunde Kloster Säben e.V.
Hans Eberhardt





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